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Gruppe der Amöben

9. Januar 2010

Gruppe der Amöben
Ordnung: Testacea - Schalenamöben
Testacea
(Schalenamöbe)v_amoeben_1(1,98 MB)    

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schalenamoebe

  • Schalenamöben sind im Gegensatz zu den Nacktamöben leicht anhand ihrer Schale zu identifizieren. Die Schalen werden aus organischem Material hergestellt und bestehen immer aus nur einer Kammer. Beim Schalenbau verkleben die Amöben je nach Angebot z.B. Sandkörnchen, Kalkstückchen oder Kieselalgenschalen.
  • Die Schale besitzt meistens nur eine Öffnung aus der die Scheinfüßchen hervorgestreckt werden.
Arcella sp.
(Uhrglastier)
uhrglastier
(0,92 MB)
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uhrglastier

  • Diese Schalenamöbe erscheint in der Aufsicht kreisrund. In der Seitenansicht sind diese Amöben mehr oder weniger helm- bzw. glockenförmig.
  • Im Jugendstadium erscheint die Schale hell, hyalin und durchsichtig. Ältere Exemplare besitzen dagegen dunkelbraun gefärbte Schalen.
  • Je nach Art können diese Amöben einen Durchmesser von 50 bis 150 µm erreichen.
  • Als Nahrung brauchen diese Tiere Kiesel-, Faden- und Grünalgen, Flagellaten und Wimpertierchen.
  • Erfahrungsgemäß findet man diese Tiere in allen Gewässertypen: Fließgewässer, Seen, Teiche und auch im Belebungsbecken von Kläranlagen.
Difflugia sp.
(Schmetztierchen)
schmelztierchen
(0,94 MB)
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schmelztierchen

  • Die Arten der Gattung Difflugia können unterschiedlich groß werden, wobei die Länge zwischen 90 und 450 µm variiert.
  • Man findet die Vertreter dieser Gattung meistens in stehenden Gewässern (Tümpel, Teiche und Seen); aber auch in den ruhigen Zonen der Fließgewässer sind sie beheimatet.
Ordnung: Amoebina - Nacktamöben
Amoebina
(Nacktamöbe)
nacktamobe(0,84 MB)Bild(70 KB)
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nacktamoebe2

  • Unter dem Mikroskop erscheinen die Nacktamöben zunächst strukturlos und primitiv. Dennoch handelt es sich bei diesen Tieren um hoch organisierte Einzeller mit erkennbarem Vorder- und Hinterende und einer komplexen inneren Struktur.
  • Das Zellplasma ist bei näherer Betrachtung deutlich in zwei Bezirke aufgeteilt: Das äußere schmale Ektoplasma ist durchscheinend und zäh. Der viel größere innere Bereich des Entoplasmas ist undurchsichtig, grob strukturiert und dünnflüssig.
  • Der typische Lebensraum für Nacktamöben sind stehende Gewässer. Hier kommen sie besonders auf dem Gewässergrund oder auf der Unterseite von Pflanzen vor. Aber auch in Fließgewässer und in Kläranlagen findet man häufig diese Tiere.
Mayorella sp.
(Kristall Amöbe)
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kristall_amobe1(1,96 MB)Bild (45 KB)

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kristall_amoebe

  • Die Tiere der Gattung Mayorella gehören mit zu den häufigsten Süßwasseramöben. Ihre Gestalt ist unglaublich variabel, oft grotesk, da die Scheinfüßchen unaufhörlich vorgestreckt und zurückgezogen werden.
  • Zur Nahrung dieser Gattung gehören Bakterien, Diatomeen, Rädertiere und sogar Wasserflöhe.

 

 



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Zweiflügler

11. März 2009

Zweiflügler - Diptera

Schon Aristoteles, einer der berühmtesten Naturforscher des Altertums, fasste die Mücken und Fliegen unter dem Namen Zweiflügler zusammen. Dieser Name ist sehr gut gewählt, denn die Imagines (erwachsene Tiere) unterscheiden sich durch ihre Zweiflügeligkeit sofort auf den ersten Blick von anderen Insektenordnungen (di = zwei, ptera = Flügel).

Rund 140 000 Zweiflüglerarten wurden bisher weltweit beschrieben. In Mitteleuropa dürften ungefähr 8 000 vorkommen, wobei in unseren Fließ- und Stillgewässern ca. 1 500 Arten leben. Systematisch unterscheidet man dabei zwischen den beiden Unterordnungen Mücken (Nematocera) und Fliegen (Brachycera).

Die Zweiflügler sind eine hochentwickelte Insektenordnung, die ebenso wie z.B. die Käfer oder Schmetterlinge eine vollkommene Verwandlung (holometabole Insekten) durchmachen, also als Ei, Larve, Puppe und Imago vorkommen.

Gruppe der Zweiflügler
Zweiflügler
Chironomidae - Larve
(Zuckmücken)
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zuckmuecken

  • Die Zuckmücken sind die arten- und oft auch die individuenreichste Insektenfamilie der Binnengewässer. Bis zu 50 000 Individuen pro Quadratmeter wurden schon gezählt.
  • Trotz der Vielzahl der Arten und ihrer unterschiedlichen Lebensweise ist die Gestalt der Larve recht einheitlich: Sie sind wurmförmig, haben eine vollentwickelte kleine Kopfkapsel und 12 Segmente (3 Brust- und 9 Hinterleibssegmente).
  • Die Larven findet man in allen Gewässertypen; vom Gletscherbach bis hin zum Abwasserteich findet man Zuckmückenlarven. Selbst in stark salzhaltigem Wasser (bis 28,5% Salzgehalt) oder in heißen Quellen (bis 51°C) hat man schon Larven gefunden.
Chironomus thummi Gruppe
(Zuckmücken)
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zweifluegler_2_kl

  • Die Mücken der Chironomus thummi Gruppe sind blutrot gefärbt, da sie einem dem menschlichen Hämoglobin sehr nah verwandten Blutfarbstoff besitzen.
  • Deshalb können diese Zuckmücken in sehr sauerstoffarmen Gewässern gut leben, da ihr Blutfarbstoff die Aufnahme von Sauerstoff erleichtert.
  • Auf diese Art und Weise sind sie besonders gute Anzeiger für eine starke organische Belastung der Gewässer. Ihre Einstufung in die Güteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) trägt diesem Umstand Rechnung.
Liponeura sp. - Larve
(Lidmücken)
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lidmuecken

  • Die Larven von Liponeura erkennt man gut an den 6 kreisrunden Saugnäpfen an der Bauchseite. Neben den Saugnäpfen befinden sich büschelige Tracheenkiemen, sowie beinartige Auswüchse mit kurzen Dornen.
  • Die Larven findet man auf der Oberfläche von Steinen in sauberen, stark strömenden Bergbächen bzw. an Wasserfällen und Abstürzen in größeren Fließgewässern.
  • Mit ihren Saugnäpfen können sich die Larven auch in stärkster Wasserströmung auf Steinen und Felsen festhalten. Indem sie ihre Saugnäpfe abwechselnd lösen, können sie sich recht geschickt vorwärts und seitwärts bewegen.
  • Mit ihrem kräftigen Oberkiefer schabt sie dann Algenbeläge (vorwiegend Kieselalgen) von den Steinen ab.
  • Auf organische Verschmutzung reagieren die Larven empfindlich. Deshalb wurde sie in die Güteklasse I (unbelastet bis sehr gering belastet) eingestuft.
Simuliidae - Larve
(Kriebelmücken)
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kriebelmuecken

  • Die Simuliidaelarven sind sehr gut an ihrem keulenförmig verdicktem Hinterende zu erkennen. Am Kopf besitzen sie zwei ausklappbare Borstenfächer. Am ersten Brustsegment tragen sie einen kurzen Fußstummel, am Hinterleibsende eine “Haftscheibe” mit mehreren hundert kreisförmig angeordneten Reihen feinster 0,01 bis 0,02 mm langer Häkchen.
  • Man findet die Larven auf Steinen und Pflanzen kolonieweise ausschließlich in Fließgewässern mit guter Sauerstoffversorgung. Dort können bis zu 40 Larven pro Quadratzentimeter Steinoberfläche sitzen.
  • Mit Hilfe der Borstenfächer filtern die Simuliidaelarven Detritus und Algen aus der Strömung.
Wilhelmia sp. - Larve
(Kriebelmücken)
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Video 1 (0,96 MB)

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wilhelmia

  • Diese Gattung der Kriebelmücken zeichnet sich im Puppenstadium durch ihre dicken wurstförmigen Kiemen aus. Dadurch sind sie eindeutig von den anderen Kriebelmücken zu unterscheiden.
  • Verschmutzungen können diese Tiere bis zu einem gewissen Grade vertragen. Deshalb stehen diese Tiere für mäßig belastete Gewässer (Güteklasse II).
  • Videos:
    Im ersten Video sieht man eine Kriebelmückenlarve. Deutlich sind die zwei ausklappbaren, kammartigen Borstenfächer und der keulenförmig verdickte Hinterleib zu erkennen. In den Videos zwei und drei sieht man eine Kriebelmücke im Puppenstadium, sowie das zugehörige Puppengehäuse. Deutlich erkennbar sind die wurstförmig verdickten Kiemen dieser Art (siehe Video 3).
Athericide
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athericide

  • Die Larve besitzt auf der Bauchseite 7 Paar Stummelfüße mit Hakenkränzen, am Hinterende stummelfussähnliche Nachschieber und 2 kräftige, behaarte Fortsätzen.
  • Die Athericidae sind meistens grünlichbraun gefärbt, und können bis zu 20 mm lang werden.
  • Als Lebensraum bevorzugen diese Tier saubere, mäßig- bis schnellströmende Bäche und Flüsse mit steinigem Grund. Oft findet man sie dort in Pflanzenpolstern.

Weiterführende Informationen

Links zu anderen Angeboten



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Wimpertierchen

11. März 2009

Wimpertierchen - Ciliaten

Wimpertierchen sind hochorganisierte Einzeller, die sämtliche Lebensräume besiedeln. Nicht nur im Süßwasser, in Moosrasen und im Meer findet man sie in großer Anzahl und Artenvielfalt.

Die freilebenden Formen ernähren sich von Bakterien, Flagellaten, Algen, anderen Ciliaten, Rädertieren Stärke und Fett.

Auffälligstes Merkmal dieser Organismen sind ihre Wimpern. Bei einigen Tieren sind einzelne Wimpern zusammengefasst, und dienen dem Ciliat bei der Nahrungsaufnahme, der Fortbewegung und der Orientierung.

Gruppe der Wimpertierchen
Unterklasse: “Glockentierchen” - Peritrichia
Carchesium polypinum
(Glockenbäumchen)
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glockenbaeumchen

  • Das Glockenbäumchen ist ein Koloniebildner. Die einzelnen Wimpertierchen sind über Stiele miteinander verbunden. In diesen Stielen befindet sich ein Muskel, der zur Kontraktion des Stieles befähigt (siehe Video).
  • Das Glockenbäumchen frisst fast ausschließlich Bakterien; gelegentlich gehören auch Algen, kleine Flagellaten und Detritus zur Nahrung.
  • Das Glockenbäumchen ist ein typischer Bewohner von stark verschmutzten Gewässern verschiedenster Art - Bäche, Flüsse, Tümpel, Fischteichen und Seen. Aufgrund seiner saprobiellen Einstufung wird das Glockenbäumchen der Güteklasse III (stark verschmutzt) zugeordnet.
Vorticella convallaria Komplex
(Maiglöckchen)

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Video 1 (0,68 MB)

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maigloeckchen

  • Die Tiere haben einen schlanken glockenförmigen Körper. Der Stiel ist sehr dünn und oft mit kleinen Sekretkörnchen bedeckt.
  • Deutlichstes Unterscheidungsmerkmal zu anderen Vorticellaarten ist der “J-förmige” Makronucleus, der längs der Körperachse liegt.
  • Der Artenkomplex umfasst neben der namensgebenden Art noch weitere Vorticellidae, die aufgrund der bisher ungenau beschriebenen Morphologie noch nicht von einander getrennt werden können.
  • Das Maiglöckchen frisst überwiegend Bakterien; gelegentlich gehören auch Algen und Detritus zur Nahrung.
  • Das Maiglöckchen ist sehr verbreitet in den verschiedensten Gewässern. In stark verunreinigten Bereichen ist dieser Komplex sehr häufig anzutreffen und bildet dort dann grau-weiße Überzüge. Aufgrund seiner saprobiellen Einstufung wird das Maiglöckchen der Güteklasse III (stark verschmutzt) zugeordnet.
Epistylis sp.

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Video 1 (0,73 MB)

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epistylis

  • Die Gattung Epistylis gehört zu den koloniebildenden Glockentierchen. Im Gegensatz zur Gattung Vorticella besitzen ihre Stiele keinen Muskel mit denen sie sich zusammen ziehen können.
  • Die Arten von Epistylis fressen überwiegend Bakterien; gelegentlich gehören auch Algen und Detritus zur Nahrung.
Cothurnia sp.
(Pokaltierchen)

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Video (0,62 MB)

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pokaltierchen

  • Diese Glockentierchen besitzen ein Gehäuse, in das sie sich bei Störungen zurückziehen können (siehe Video).
  • Man findet dieses Tier ganzjährig in stehenden und fließenden Gewässern, wo sie auf verschiedenen Pflanzen bevorzugt sitzen. Massenvorkommen bildet diese Gattung selten, so dass sie unterm Mikroskop oft übersehen werden.
  • Vermutlich ernähren sich diese Tiere ausschließlich von Bakterien.
Thuricola sp.

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Video (1,37 MB)

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thuricola

  • Ähnlich wie bei der Gattung Cothurnia besitzen die Thuricola-Arten ein Gehäuse, in das sie sich ganz zurück ziehen können.
  • Die 240 bis 450 µm großen Tiere ernähren sich fast ausschließlich von Bakterien und Algen.
  • Aufgrund seiner vorhandenen Toleranz gegenüber organischen Belastungen wurde Thuricola als idealer Indikator für kritische Gewässerbelastung eingestuft (Güteklasse II-III).
Unterklasse: Heterotrichida
Stentor polymorphus et Stentor coerulans
(Grüne und blaue Trompentiere)
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gruene_trompetentiere

  • Die Gattung der Trompetentierchen erhielt seinen Namen durch seine eigentümliche Gestalt. Trotzdem handelt es sich bei diesen Organismen um sehr vielgestaltige Wesen (siehe Videos).
  • Das “Grüne Trompetentier” ernährt sich hauptsächlich von Phytoflagellaten (Euglena, Gonium) und anderen Ciliaten (Coleps, Colpidium, Paramecium).
  • Im Saprobiensystem wurde das “Grüne Trompetentier” in die Güteklasse II-III (kritisch belastet) eingestuft.
Stentor cf. coerulans
(Blaues Trompetentier)

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graues_trompententier

  • Das “Blaue Trompetentierchen” ernährt sich von Bakterien, Flagellaten, Kieselalgen, Amöben, anderen Ciliaten, Rädertieren und Oligochaeten.
  • Aufgrund seiner saprobiellen Einstufung findet man das “Blaue Trompetentierchen” in stark verschmutzten Gewässern (Güteklasse III).
Unterklasse: Hypotrichia
Die Hypotrichen sind eine ziemlich einheitliche, leicht erkennbare Gruppe von Ciliaten, die sowohl im Süß- und Meerwasser als auch in terrestrischen Biotopen weit verbreitet ist.Die Hypotrichen sind durch folgende Merkmale charakterisiert: Der Körper ist meist dorso-ventral (auf der Körperrück- und Vorderseite) abgeflacht und häufig sehr flexibel. Die Bewimperung der Ventralseite besteht aus vielen Cirren. Der wichtigste Bestandteil des Mundapparates ist die adorale Membranellenzone, die bei den einzelnen Gattungen unterschiedlich ausgeprägt ist (bei den Gattungen Euplotes und Stylonychia ist der Mundapparat gut zu sehen; bei Aspidisca ist die adorale Membranellenzone eher unauffällig).
Uroleptus sp.

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uroleptus

  • Die Gattung Uroleptus ist gekennzeichnet durch ihre adorale Membranellenzone (siehe Kopfbereich) und dem ± leicht ausgezogenen Hinterende.
  • Die Tiere dieser Gattung ernähren sich hauptsächlich von Bakterien und Algen. Auch Ciliaten werden gelegentlich von ihnen erbeutet.
  • Man findet diese Tiere häufig in stehenden oder langsam fließenden Gewässern.
Aspidisca cicada
(Rippentierchen)
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Video 1 (0,67 MB)

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rippentierchen

  • Das Rippentierchen ist eines der häufigsten Wimpertierchen. Man findet es in allen Gewässertypen, so z.B. in Altwassern, Seen, Teichen, Flüssen, Bächen, Gräben und auch in Belebungsbecken von Kläranlagen.
  • Als ein sogenannter “Weidegänger” ernährt sich das 25 bis 40 µm große Tier von dem Bakterienrasen verschiedenster Beläge. Selten gehören auch Algen zu seiner Nahrung.
  • Aufgrund der saprobiellen Einstufung findet man das Rippentierchen in stark verschmutzten Gewässern (Güteklasse III).
  • Videos:
    Deutlich erkennt man auf dem ersten Video die Rippen des Wimpertierchen denen es seinen Namen verdankt. Das Rippentierchen ist ein schlechter “Schwimmer”. Deutlich erkennt man im zweiten und dritten Video, wie es unkontrolliert herum kreist. Nur auf festem Untergrund kann sich das Tier “zielorientiert” fortbewegen.
Euplotes sp.
(Lauftierchen)

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lauftierchen

  • Die Lauftierchen ähneln stark den Rippentierchen. Auch sie sind keine geschickten Schwimmer.
  • Die unterschiedlich großen Tiere, Varianz liegt zwischen 40 und 230 µm, ernähren sich von Bakterien, Flagellaten, Kieselalgen, kokkalen Grünalgen und anderen Wimpertierchen.
  • Meistens findet man diese Ciliaten in langsam fließenden oder stehenden Gewässern.
  • Videos:
    Video 1 zeigt ein ca. 60 µm großes Lauftierchen. Dabei könnte es sich um Euplotes affinis handeln. Die Videos 2 bis 5 zeigen ein ca. 100 µm großes Tier. Deutlich erkennt man an dem Lauftierchen die dicken Cirren (siehe Bild 1) und die adorale Membranellenzone (siehe Bild 2).
Ordnung: Cyrtophorida
Chilodonella cf. uncinata
(Lippenzähnchen)
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lippenzaehnchen

  • Bei dem Lippenzähnchen handelt es sich um einen eiförmigen Ciliaten, mit schwach vorspringendem, nach links gekrümmten “Schnabel”. Seine Größe beträgt ca. 50 bis 90 µm.
  • Als Nahrung dienen dem Bewohner stehender und langsam fließender Gewässer Kiesel- und Grünalgen.
  • Die Gewässer in denen man dieses Tier findet, können stark verschmutzt (Güteklasse III) sein.
Gastronauta cf. membranaceus

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gastronauta

  • Dieses ca. 50 bis 70 µm große Wimpertier kann man unter dem Mikroskop deutlich an seinem Mund -auffallend quere Spalte- und an dem freien Wimpernfeld auf der Bauchseite erkennen.
  • Das sich von Bakterien ernährende Wimpertier wurde bisher in Fließgewässern, Teichen und Weggräben gefunden.
  • Verschmutzungen können diese Wimpertiere bis zu einem gewissen Grade vertragen. Deshalb stehen diese Tiere für mäßig belastetete Gewässer (Güteklasse II).
Ordnung: Pleurostomatida
Loxophyllum meleagris
(Wallendes Blatt)
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loxophyllum

  • Das auffällige Wimpertier ist eindeutig anhand seiner “bauchseitig” gelegenen Warzenreihe sowie dem perlschnurförmigen Kern zu erkennen. Das Tier ist sehr biegsam und metabolisch. Bei maximaler Streckung kann das Wallende Blatt eine Länge von 500 µm erreichen.
  • Als Beutetiere dienen kleine und mittelgroße Ciliaten; aber auch Rädertiere werden vereinzelt erbeutet.
  • Man findet das Wimpertier in stehenden und fließenden Gewässern, wobei es eine mäßige Toleranz gegenüber organischer Verschmutzung aufweist. Deshalb ist es in die Güteklasse II (mäßig belastet) eingestuft.
Litonotus cygnus
(Zuckgänschen)

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zuckgaenschen

  • Das Zuckgänschen ist ein sehr dehnbarer (besonders Hals und Rumpf) und metaboler Ciliat, der bei vollständiger Streckung bis zu 500 µm groß werden kann.
  • Diese Einzelgänger kommen in fast allen Gewässertypen vor. Auch zeigen Nachweise im Brackwasser und in marinen Biotopen die Verträglichkeit gegenüber Salzwasser. Im Rahmen des Saprobienindex hat man das Tier in die Güteklasse II (mäßig belastet) eingestuft.
Sonstige Wimpertierchen
Ordnung: Hymenostomata
Paramecium sp.
(Pantoffeltierchen)
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pantoffeltierchen

  • Das Pantoffeltierchen ist wohl das bekannteste Wimpertierchen aus der Schulzeit. Unvergessen sind wohl die “Heuaufgüsse”, mit denen man sich während des Biologieunterrichtes diese kleinen Organismen herangezüchtet hat. Noch bedienen sich viele Aquarienbesitzer des Heuaufgusses, um Nährtierchen für ihre Fische zu züchten.
  • Die meist länglichen und spindelförmigen Pantoffeltierchen können eine Größe von bis zu 300 µm erreichen.
  • Meist findet man sie in stehenden nährstoffreichen oder stark verschmutzten Gewässern.
Colpidium sp.
(Nierentierchen)
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nierentierchen

  • Das Nierentierchen besitzt eine eiförmige Gestalt. Der Mund ist leicht zur rechten Schmalseite verschoben. Die Größe dieses Ciliaten reicht von 90 bis zu 150 µm.
  • Als Nahrung dienen dem Nierentierchen Algen und Bakterien. Besonders diese Ernährungsweise macht es deutlich, dass Massenvorkommen in polysaproben Gewässern gefunden wurden. Deshalb ist die Einstufung in die Güteklasse IV (übermäßig verschmutzt) verständlich.
Cinetochilum margaritaceum
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cinetochilum

  • Dieser kleine Ciliat besitzt eine linsenförmige Gestalt, die seitlich stark abgeflacht ist. Deutlich ist bei diesem Tier am Hinterende eine kleine, aber sehr typische Kerbe zu erkennen.
  • Dem 25 bis 40 µm großem Tier dienen vor allem Bakterien als Nahrung. Aber auch zentrische (runde) Diatomeen und andere Algen werden verspeist.
  • Man findet dieses Wimpertierchen ganzjährig in Aufwuchs, Detritus und in der Freiwelle fließender und stehender Gewässer.
Glaucoma scintillans
(Schiefmundtierchen)
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schiefmundtierchen

  • Dieses Wimpertierchen besitzt eine schlanke bis breit ellipsoide, meist nach hinten leicht verbreiterte Gestalt.
  • Schon bei schwacher Vergrößerung erkennt man das Tier deutlich an der heftig schlagenden (scintellierenden) Wimpernplatte.
  • Dem meist um 55 µm großen Tier dienen vor allem Bakterien als Nahrung. Aber auch Algen und Detritus werden verspeist.
  • Man findet dieses Wimpertierchen ganzjährig in Aufwuchs und Detritus fließender und stehender Gewässer.
  • Im Saprobiensystem wurde das “Schiefmundtierchen” in die Güteklasse IV (übermäßig verschmutzt) eingestuft.
Tintinnidium sp.
(Klöppelglöckchen)
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kloeppelgloeckchen

  • Das auffallenste Merkmal dieser Tiere ist das Gehäuse, das außen dicht mit Fremdkörpern überkrustet ist. Die Klöppelglöckchen haften nun mit einer sehr kontraktilen, stielartigen Verlängerung des Hinterkörpers an den Seitenwänden des Gehäuse.
  • Als Nahrung dienen diesen Tieren Grünalgen, Kieselalgen, Flagellaten und Bakterien.
  • Man findet diese Wimpertiere in stehenden und fließenden Gewässern, wobei es eine mäßige Toleranz gegenüber organischer Verschmutzung aufweist. Deshalb sind sie in die Güteklasse II (mäßig belastet) eingestuft.
Monilicaryon monilatus
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monilicaryon

  • Diese schlanken, spindelförmigen und sehr flexiblen Wimperntierchen können 350 bis 950 µm (ca. 1mm) groß werden.
  • Ihren Lebensraum finden diese Tiere ganzjährig im Detritus und zwischen Algen von stehenden und fließenden Gewässern.
  • Als Nahrung erbeutet dieses Tier Kieselalgen, andere Ciliaten, Rädertiere und Bakterien.
  • Im Rahmen des Saprobienindex hat man das Tier in die Güteklasse II (mäßig belastet) eingestuft.


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Wanzen

11. März 2009

“Wasserwanzen” - Heteroptera

“Wasserwanzen” ist kein systematischer Begriff innerhalb der Biologie. Mit dieser Bezeichnung werden vielmehr eine Anzahl von Wanzenfamilien zusammen gefasst, die sich an das Leben im Wasser angepasst haben.

Gruppe der Wasserwanzen
Wasserwanzen
Plea leachi
(Zwergrückenschwimmer)
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zwergrueckenschwimmer

  • Der Zwergrückenschwimmer ist ein sehr kleiner, auffallend hochgewölbte Wanze. Diese Wanzen erreichen eine Größe von 2 bis 3 mm.
  • Ihren Lebensraum finden die Tiere in kleineren, stehenden Gewässern. Dort findet man sie gesellig zwischen Wasserpflanzen und an der Unterseite von Schwimmblättern. In Mitteleuropa sind diese Wanzen wohl überall verbreitet.
  • Obwohl die schwach behaarten Hinterbeine keine typischen Ruderbeine sind, schwimmt die Wanze recht flink mit dem Rücken nach oben.
  • Seinen Luftvorrat holt sich das Tier an der Wasseroberfläche und hält ihn im Haarfilz am Bauch und unter den gewölbten Vorderflügeln fest.
  • Der Zwergrückenschwimmer ernährt sich von kleinen Wassertieren, z.B. Wasserflöhen.
Gerris sp.
(Wasserläufer)

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wasserlaeufer

  • Die Wasserläufer leben vorzugsweise auf der Oberfläche stehender oder langsam fließender Gewässer. Unter Ausnutzung der Oberflächenspannung gleiten sie ruckartig dahin, wobei ihre Beine gleich Auslegern nahezu in ihrer gesamten Länge die Wasseroberfläche berühren.
  • Die Nahrung dieser Wanzen besteht aus lebenden und toten Insekten, die auf die Oberfläche gefallen sind.
Ilyocoris cimicoide
(Schwimmwanzenlarve)
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schwimmwanzenlarve

  • Die Schwimmwanze findet man in pflanzenreichen und strömungsberuhigten Gewässern sehr häufig.
  • Als Nahrung dienen dem erwachsenen Tier Wassertier aller Art bis hin zur Größe von Jungfischen. Dabei wird die Beute mit den muskelstarken Vorderbeinen erdolcht und an den Rüssel heran gebracht.
  • Auch für den Menschen ist dieser Stich sehr schmerzhaft, da mit ihm das Sekret von Giftdrüsen in die Wunde einfließt.
Sigara sp.
(Wasserzikade)

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wasserzikade

  • Die zu der Familie der Ruderwanzen gehörenden Wasserzikaden findet man häufig in pflanzenreichen Stillgewässern oder an der Uferbereichen von Flüssen, meist über sandigem Grund.
  • Im Gegensatz zu allen anderen Wasserwanzen ernähren sich die Ruderwanzen nicht räuberisch. Auch die Wasserzikaden schaufeln am Gewässergrund Algen, aber auch pflanzliche und tierische Abfälle mit ihren Vorderbeinen herbei und saugen diese mit dem sehr kurzen Rüssel aus.
Nepa cinerea
(Wasserskorpion)

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wasserskorpion

  • Nepa cinerea gehört wie die Stabwanze zur Familie der Skorpionswanzen.
  • Diese Wanze besitzt einen flachen und ziemlich breiten Körperbau. Die Vorderbeine sind zu Fangbeinen umgewandelt. Am Hinterende besitzt dieses Tier ein ca. 1 cm langes Atemrohr (auf den Bildern nicht vorhanden).
  • Am häufigsten findet man diese Tiere in flachen Kleingewässern; im Winter besiedeln sie auch die Stillwasserbereich von Fließgewässern.


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Strudelwürmer

11. März 2009

Strudelwürmer - Turbellaria

Gruppe der Strudelwürmer
Strudelwürmer
Dugesia tigrina

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dugesia

  • Bevorzugt als Lebensraum stehende Gewässer, obwohl man sie auch in Bächen und Gräben finden kann.
  • Unempfindlich gegen hohe Temperaturen (30°C); erst bei Temperaturen unter 10 °C stellt dieser Strudelwurm seine Aktivität ein.
  • Dugesia tigrina ernährt sich karnivor, wobei es die verschiedensten wirbellosen Tiere erbeutet.
  • Aufgrund seiner saprobiellen Einstufung ist Dugesia tigrina der Güteklasse II - III (kritisch belastet) zugeordnet.
Polycelis nigra et tenuis

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Video 1 (0,51 MB)

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polycelis

  • Bevorzugter Lebensraum dieser Strudelwürmer sind Tümpel, Gräben, Teiche, Seen und ruhigere Bereiche der Fließgewässer.
  • Die Ernährungsweise dieser Strudelwürmer ist räuberisch; sie fressen bevorzugt Wenigborster (Verwandte des Regenwurms), Insektenlarven und Asseln. Besonders verwundete Tiere und absterbendes pflanzliches Material stellen die Hauptnahrung dar.
  • Gegenüber Verschmutzung reagiert der Strudelwurm empfindlicher als sein Verwandter Dugesia tigrina; deshalb wurde der Strudelwurm in die Güteklasse II (mäßig belastet) eingestuft.


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